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St. Willibald im Laufe der Zeit

bis 5. Jh.

Das Gebiet von St. Willibald ist uralter Siedlungsboden. Wenn auch wenige Bodenfunde vorliegen, so kann auf Grund der vorliegenden Funde auf eine frühe Besiedlung geschlossen werden. Die ersten Bewohner waren die Kelten. Sie siedelten an Bächen, traten die ersten Pfade aus und schlugen die ersten Breschen in den Reisiger Wald, der von der Donau in breiter Front bis zum Hausruck reichte.
Die Römer folgten den bereits breiten Pfaden und legten die ersten Straßen an.
Von Ried führte eine Straße über Zell - Raab weiter nach Aichet und durch den dichten Wald nach Neukirchen. An den Straßenabzweigungen errichteten Wachtürmen entstanden die ersten Kleinsiedlungen.

5. - 13. Jh.

Nach dem Abzug der Römer und nach der 1. Völkerwanderung kamen zu uns die Bajuwaren. Sie besiedelten nach 520 das Gebiet und zwar die einstigen römischen Behausungen und benutzten natürlich auch das noch erhaltene Straßennetz. Aber noch immer beherrschte der dichte Wald das Gebiet und nur nach und nach wurden die geschlagenen Lichtungen größer.

Im Verlauf der Zeit hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse geändert, der Handel kam immer mehr auf und die Kriege trugen dazu bei, dass neue Straßen angelegt wurden und so kam es zum Bau einer neuen Straße durch die Sallet und eine Mautstelle wurde errichtet, auch ein Hochgericht mit Galgen.

1216

Die Mautner und Grenzwachen wohnten an der neuen Straße. Eine
kleine Siedlung entstand. Hier wurde 1216 eine kleine Kirche errichtet, Patron dieser Kirche wurde der hl. Willibald. Obwohl die neue Siedlung keinen Namen hatte, wurde der Name des Hl. Willibald nur auf die Kirche beschränkt. Dies bedeutet, dass die Ortschaft Aichet immer noch der Hauptort blieb, ja dass die neue Siedlung zu Aichet gehörte.

1629 - 1648

Die verschiedenen kriegerischen Handlungen ließen die Gegend an der Grenze nicht zur Ruhe kommen. Truppendurchmärsche auf der Reichsstraße, wie sie genannt wurde und Einquartierungen führten immer wieder zu großen Opfern der Bevölkerung. Dazu kam immer wieder die Pest, so 1629, 1633 und 1648, die die Bevölkerung dezimierte.
Die Salletwaldung, ein Ausläufer des Passauer- Waldes, zugleich Grenze zwischen Bayern und Osterreich ob der Enns, war von jeher wegen der durchführenden Reichs- und Heerstraße als ein strategisch wichtiger Grenz- und Einbruchspaß erkannt und deshalb in den verschiedenen Kriegen, besonders des 17. und 18. Jahrhunderts, auf bayerischer und österreichischer Seite mit Schanzen, Gräben und Verhauen gesichert worden.

1732

Die erste private Schule wurde vom abgedankten Soldaten und Lehrer
Sebastian Lohnstampfl geleitet.

1766

Das Herrschaftliche Jagdhaus musste dem neuen 1766 errichteten Mauthaus weichen.
Die Jagdleute wurden fortan bei Jager auf der Sallet untergebracht.
Das alte Mauthaus war das später benannte Krämerhaus und die Poststelle.
Die beiden letzten Mauthner waren Johann Georg Pabst und sein Schwiegersohn Franz Jakob Trapel aus Straubing.

1779

Im Friedensvertrag vom 13. Mai 1779 kommt "Innbayern" als "Innviertel" an Österreich. Die Sallet ist nicht mehr Staatsgrenze zwischen Bayern und Österreich, sondern nur mehr Grenze zwischen dem Inn- und Hausruck- Kreis. Die ländlichen Gegensätze zwischen den Innviertlern und den Landlern blieben lange Zeit erhalten.

1782

Gründung der Pfarre St. Willibald
Auf Anordnung von Kaiser Joseph I wurde die Pfarre St. Willibald gegründet

1784

Eine Pfarrschule wurde ins Leben gerufen, und löste die bis dahin tätige Privatschule ab.
Die Fläche der Gemeinde betrug zu dieser Zeit 2524 Joch

1809 - 1816

Von 1809 bis 1810 gehörte St. Willibald zur französischen Provinz Innviertel und kam 1810 wieder zu Bayern und war dem Landgericht Waizenkirchen zugeteilt. 1816 kehrte das Innviertel nach den Wiener Kongress wieder an Österreich zurück.

1832

Im Jahre 1832 hatte der Ort St. Willibald noch immer nur 7 Häuser mit 13 Wohnparteien und 35 Einwohner.
Der Ort war also Jahrhunderte überhaupt nicht gewachsen.

1850

Im Juli 1850 konstituierte sich die Gemeine St. Willibald aus den beiden Steuergemeinden Aichet und Geiselham, damals lebten in 140 Häuser 870 Personen.
Erster Bürgermeister von St. Willibald war Hr. Mathias Haslinger (Loitzmayr in Geiselham)
Die Amtsgeschäfte wurden damals in den Räumen des Gasthauses Leopold Hintermayer sowie in den dazugehörenden Stöckl mit der
Hausnr. 10 abgewickelt

1853

Auf einer Wiese vom Brücklgut in Aichet wurde der Friedhof neu angelegt.

1870

Schon 1708 führte ein Postweg von Linz über Peuerbach durch unseren Ort nach Kaltenmarkt und weiter nach Passau.
Auch ein Gasthaus zur Post wird erwähnt, ob es auch eine Poststelle war ist ungewiss.
1870 wurde die Poststelle im Haus St. Willibald Nr. 7 eröffnet.
Erster Postmeister war der Krämersohn und Gemeindesekretär Johann Öhlinger. Seine Tochter Zäzilia führte die Amtsgeschäfte 44 Jahre.

1874

Obwohl es noch keine offizielle Gründung der Feuerwehr gab, kaufte die Gemeinde die erste Feuerwehrspritze.

1876

Der Schulleiter Wilhelm Redl stellte mit 7 Mann die erste Musikkapelle

1878

Neubau einer Zeugstätte neben dem Pfarrhof

1894

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr St. Willibald durch VL Franz Fischer

1885

Die Gemeinde zählt 903 Einwohner

1914

bricht der Weltkrieg aus und viele Männer aus der Gemeinde müssen einrücken.

1916

St. Willibald zählt 1026 Einwohner.

1924

am 21. September 1924 brannte zum ersten Mal das elektrische Licht in
St. Willibald

1925

Zur Erinnerung der gefallenen Krieger des ersten Weltkrieges wurde am 24. Mai 1925 das Kriegerdenkmal enthüllt.

1927

Unter BGM Johann Zauner wird das erste Amtshaus der Gemeinde errichtet

1928

Ein Jahrhundertsturm zerstörte den letzten Windbrunnen beim Schmid in St. Willibald.
Eine Wassergenossenschaft wird gegründet und mit den Bau der Wasserleitung wurde begonnen. Das Pumpwerk wurde elektrisch betrieben.

1933

Zusammen mit 38 Bienenzüchtern gründete VL Franz Grims den Imkerverein

1954

Neugründung des Musikvereines durch den VL Hermann Kammerer

1969

ein neuer Sportplatz wird eröffnet

1986

Anlässlich der Eröffnung des neuen Amtsgebäudes am 5.10. durch
LH Dr. Josef Ratzenböck wurde auch das von Josef Hintermaier entworfene Gemeindewappen überreicht.

1994

St. Willibald wird mit Bio - Wärme versorgt.
10 Landwirte aus der Gemeinde gründeten die Fernwärme - Genossenschaft um künftig St. Willibald mit erneuerbarer Energie zu versorgen.

1996

Bau der Ortswasserleitung.
Nachdem schon mehrere Jahre Trinkwasser von St. Willibald in andere Gemeinden gepumpt wurde kann nun auch der eigene Ort mit dem Trinkwasser versorgt werden.

1999

Das neu erbaute Gemeindezentrum wir eröffnet.
Neben der Feuerwehr erhält auch der Musikverein eine neue Heimstätte, im Untergeschoß wurde ein Bauhof eingerichtet

2001

Im Rahmen der Bundesstraßenabsenkung wird auch mit dem Bau von Gehsteigen im Ortsgebiet begonnen. Eine neue Straßenbeleuchtung wird ebenfalls im Zuge dieser Arbeiten, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstreckt, errichtet.

Die Bürgermeister von St. Willibald seit 1850

1850 - 1858 Haslinger Mathias 1912 - 1919 Antlinger Josef
1858 - 1861 Aschauer Johann 1919 - 1924 Entholzer Josef
1861 - 1864 Gstöttner Martin 1924 - 1933 Zauner Johann
1864 - 1867 Mayr Michael 1933 - 1942 Feldbauer Josef
1867 - 1870 Reitinger Mathias 1942 - 1945 Lang August
1870 - 1873 Öhlinger Johann 1945 Reitinger Josef
1873 - 1876 Steiner Johann 1945 - 1961 Haslinger Josef
1876 - 1879 Eder Mathias 1961 - 1973 Wurmsdobler Alois
1879 - 1882 Süss Johann 1973 - 1977 Reindl Friedrich
1882 - 1894 Auer Johann 1977 - 1979 Haslinger Leopold
1894 - 1903 Auer Augustin 1979 - 1991 Mittermaier Alois
1903 - 1907 Auzinger Josef 1991 - 1994 Reindl Friedrich
1907 - 1910 Maier Karl seit 1994 Jobst Josef
1910 - 1912 Daller Johann

Die Vereine von St. Willibald vor 1918
(Ende des ersten Weltkriegs)

Freiwillige Feuerwehr St. Willibald seit 01.04.1894
Bund dt. Öer Ostmark (OGr) St. Willibald seit 30.04.1909

Detaillierte Beschreibung des Wappens:

Verleihung des Gemeindewappens und Genehmigung der vom Gemeinderat am 26. April 1986 festgesetzten Gemeindefarben durch Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung vom 16. Juni 1986.
Die blauen Rauten ("Wecken") im Obereck erinnern an die ehemalige Zugehörigkeit St. Willibalds zu Bayern an der damaligen Grenze zu Österreich. Die Wellenleiste nimmt Bezug auf den Roten Moosbach, der Name und Farbe nach der Moorerde des Salletwaldes trägt. Die Pfeile sind das Symbol für den hl. Willibald, den Patron der Pfarrkirche und Namengeber des Ortes.
Entwurf des Wappens: Josef Hintermaier, St. Willibald

alt

Namensgebungen der einzelnen Ortschaften:

Aus einer Urkunde des Herzogs Tassilo für das Stift Kremsmünster aus dem Jahre 777 entnehmen wir die Benennung "fluenta Antalanga" für den Antlangbach.
Als im Jahre 955 die Ungarn über unser Land hinwegstürmten flüchteten die Bewohner in den immer noch undurchdringlichen Wald und suchten Schutz. Neue Herdstätten entstanden und langsam wuchsen die Ortschaften. Sie erhielten die Namen von den Anführern von Siedlern oder Sippenoberen oder auch von natürlichen Dingen.
Aichet wird 1110 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und der Name bedeutet Eichenhain, und hier stand vermutlich die erste Kapelle zum hl. Willibald.
1140 wird Pireth erwähnt und um 1150 Patrichsham als Paterichsheim, also Heim des Patarich.
Im Jahre 1156 wird der Sallet-Wald als Rote-Salah erstmals genannt und zwar als Grenze zwischen dem neuen Herzogtum Österreich und dem Herzogtum Bayern.
Wamprechtham erscheint 1170 zum erstenmal urkundlich und bedeutet Heim des Wanprecht.
Geiselham kommt 1190 als Gisenheim vor und bedeutet so das Heim des Giso.
Reiting ist ein echter Rodungsname und wird schon um 1150 als Riuting erwähnt.
Um 1220 erscheint die Ortschaft Antlang urkundlich und um 1230 kommt der Name Kalchtobel vor.
Der Reisathof an der Sallach, Reisetmayr, erscheint urkundlich 1241.
1433 wird der Weiler Geitzed als Gelselharczöd, vom Personennamen Giso,
der Weiler Bubenberg, vom Personennamen Burbo,
und der Weiler Unterholzen, das heißt "hinter dem Holz",
der Loitzhof als Leusmair von Leuczenöd, erwähnt.
Erst im Jahre 1489 wird das Dorf "Sand Willbald" urkundlich erwähnt. Die Übertragung des Kirchenpatrons auf die Ortschaft hatte also stattgefunden, obwohl der Ort nur wenige Häuser aufwies und noch lange Zeit ein kleines Dorf blieb.