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Renovierungsarbeiten der Kirche St. Willibald PDF Drucken E-Mail

Lieber Kirchenbesucher

In mühevoller Arbeit wurde in den letzten 4 Jahren d. h. 2004 – 2007 unsere Pfarrkirche renoviert und die Einrichtung restauriert. Mehr als 5000 freiwillige Robottstunden wurden von der Pfarrbevölkerung geleistet. Mit Spenden der Bevölkerung, von Vereinen und Firmen und kräftiger finanzieller Unterstützung der Gemeinde, des Landes OÖ, des Bundesdenkmalamtes und der Diözese, konnte das für unseren Ort wichtige Projekt finanziert werden.

Herzlichen Dank allen Spendern, freiwilligen Helfern und den Frauen, welche für das leibliche Wohl gesorgt haben.

Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Diözese, dem Bundesdenkmalamt, mit den Firmen, Künstlern und Restauratoren haben wir unsere Pfarrkirche gestaltet. Aus dem Pfarrgemeindrat heraus hat sich ein Gestaltungsbeirat gebildet, welcher bei wichtigen Entscheidungen zusammentrat und zukunftsweisende Beschlüsse gefasst hat.

Außen wurde der Kirche durch die Restaurierung der Stützpfeiler und der weißen Bemalung ein neues Gesicht verliehen. Die vorwiegend barocke Inneneinrichtung wurde mit neuen modernen Elementen ergänzt. Weiters haben wir Raum für verschiedene Aktivitäten geschaffen.

Die helle, freundliche Ausmalung bewirkt, dass die Einrichtung besser zur Geltung kommt und bei Sonneneinstrahlung durch die verschiedenen Fenster ein buntes Bild der Farben entsteht.

Wir hoffen, sie fühlen sich wohl in unsere Kirche und nehmen etwas Positives mit nach Hause.
Rudolf Windpeßl,
Kirchenpfleger

Bewegte Geschichte unserer Kirche und Pfarre

Die Zeit ihrer genauen Entstehung ist unbekannt, man schließt auf das 4. Viertel des 15 Jhdt. bis Anfang des 16. Jhdts. Die Kirche war seit jeher Weihkirche für den fränkischen Bischof Willibald.

Die stattliche 2-schiffige spätgotische Hallenkirche ist mit einem so genannten Schöndorfer Gewölbetypus versehen (1476). Zu Beginn des 18. Jahrhunderts, nach den Kriegswirren des spanischen Erbfolgekrieges, erfuhr die gotische Kirche eine Erneuerung. 1715 legte der Schärdinger Stadtmaurermeister Josef Hartl ein neues marmorsteinernes Pflaster, wozu aus Hallein 900 Steine geliefert wurden.

Im Juni 1732 schlug der Blitz in den Turm des Gotteshauses ein, wodurch der Turm und auch die Kirchenbedachung stark beschädigt wurden. Auch das aus 3 Glocken bestehende schöne Geläut und die Uhr wurden zerschmolzen. Es war daher nötig, das Turmgemäuer 4 Werkschuh abzubrechen und dann 10 Schuh hoch aufzumauern, einen neuen Glockenstuhl und eine neue Kuppel zu setzen. Weiters wurden 3 Glocken herbeigeschafft, und eine neue Uhr, ein spanisches Turmkreuz mit einem kupfernen Knopf wurden ebenfalls neu angebracht. Im Jahre 1733 wurde vom damaligen geistl. Rat die Kupferdeckung des Turmes angeordnet, welche vom Schärdinger Kupferschmied Franz Wiesmayer angefertigt wurde.

Die Gepflogenheit im Kunstleben der kurbayrischen Landgerichte lässt annehmen, dass auch der übrige Turmbau das Werk von Schärdinger Meistern war. Die Kirche wurde bald das Ziel der Wallfahrer. Als sie aber auch an Sonntagen kamen und kein Gottesdienst stattfand, erhob sich Murren, und 1752 musste der Pfarrer von Raab jeden zweiten Sonntag eine Messe lesen. Erst beim Besuch Kaiser Josefs II. im Jahre 1782 wurde St. Willibald eine eigene Pfarre. Das damalige Stift Suben musste den Pfarrer stellen und auch für Wohnung und Gehalt aufkommen. Erst die Bestrafung mit 100 Dukaten zwang den Stiftspropst zum Gehorsam. Im Jahr 1881 wurden Kirche und Turm wieder durch einen Brand im nahen Wirtshaus beschädigt. Eine vollständige Renovierung und Neueinrichtung des Gotteshauses – Altäre, Kreuzweg, Glasfenster – ist von 1899 bis 1912 durchgeführt worden.

2005 wurde das spätgotische Hauptportal und 2006 das neugotische Tor renoviert.

2004 wurde dem Turm die barocke Bemalung und die neue Bemalung der Zifferblätter mit barocken Zeigern gegeben.

 

 

 

Hl. Philipp und Jakob

Diese beiden Figuren sind 1970 ebenfalls aus der Bründlkapelle St. Jakob hierherübertragen worden. Sie sind stark gotisierend und vom 1. Viertel des 17. Jhdt.

Unser Kirchenpatron der Hl. Willibald

Unser Kirchenpatron der Hl. Willibald dargestellt auf unserem Altarbild und seine beiden Geschwister Wunibald und Walpurga dargestellt als lebensgroße Figuren

Hl. WILLIBALD geboren um 700 in Wessex (Südengland), gestorben 7. 7. 787. Willibald hielt sich von 705 bis 720 im Kloster Waltham (heute Bishops-Waltham) auf. Um 720 verließ er England und unternahm fromme Reisen, die ihn mit jeweils mehrjährigem Aufenthalt nach Rom, Palästina und weiteren Stätten der Bibel (723 – 727) sowie nach Konstantinopel (727 – 729) führten.

Er weilte anschließend zehn Jahre in Montecassino, bis er 739 von Papst Gregor III. in die deutsche Mission unter Bonifatius berufen und nach Eichstätt geschickt wurde. Dort empfing er 740 die Priesterweihe und am 21. 10. 741 in Sülzenbrücken bei Erfurt von Bonifatius die Bischofsweihe.

Ob diese für Eichstätt gedacht war bzw. wann hier eine Diözese förmlich errichtet wurde, ist sehr umstritten. Willibald gründete 752 die Abtei Heidenheim, 754 die Zelle Solas in Solnhofen und nahm 742/743 am Concilium Germanicum, 762 (registriert als „Willibaldus episcopus de monasterio Achistadi“) an der Synode von Attigny teil.

 Glasfenster 1908,
Glasfenster 1909
Hergestellt von Penner und Schürrer gespendet von Maria Faschang und Fam. Hintermaier

 

 

 

Der Hochaltar

Das Altarblatt (siehe Titelbild) stellt den auf das Kruzifix hinweisenden hl. Willibald dar. Das Bild ist von Sebastian Schönhofer aus Schärding und stammt aus dem Ende des 18. Jhdt. Es wurde 2006 von Herrn Mag. Peter Purkhart und Mag. Wolfgang Gruber fachgerecht renoviert. Seit 1954 flankieren die beiden lebensgroßen Figuren von der hl. Walpurga und dem hl. Wunibald das Altarbild, welche um 1700 entstanden sind. Der spätbarocke Tabernakel ist aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhundert und wurde aus einer Kapelle in Naarn nach St. Willibald gebracht. Der Altartisch wurde ca. 1960 von einem Altwarenhändler aus Prambachkirchen angekauft. 2006 wurde das gesamte Hochaltaresemble vom Restaurator Wolfgang Hebenstreit restauriert und von der Goldhaubengruppe St. Willibald finanziert.

Die Seitenaltäre

Die Seitenaltäre wurden 1960 – 61 neu gestaltet nachdem die neugotischen Aufbauten verkauft wurden. Die neugotischen Altartische von 1901 sind jedoch geblieben.
Am linken Seitenaltar
befindet sich eine Madonna mit Kind (Himmelskönigin), 3. Viertel 17. Jhdt, welche aus der Bründlkapelle in St. Jakob stammt. Der Tabernakel mit gedrehten Säulchen und einem ausladenden Gesims – 18. Jhdt., aus der Pfarrkirche Goldwörth (Bez. Urfahr Umgebung).
Am rechten Seitenaltar
die Kreuzigungsgruppe, das Kruzifix 2. Hälfte des 18. Jhdt ist 1913 als Missionskreuz für die Pfarrkirche angekauft worden. Die Figuren Maria und Johannes 3. Viertel 18. Jhdt sind aus Esternberg.

Die Bänke

Die ca. 100 Jahre alten Bänke wurden in mühevoller Kleinarbeit von Günter Scheuringer und Rudolf Zott unter Anleitung von Restaurator Hebenstreit renoviert

Die Kanzel

Es handelt sich hier um eine josephinische Kanzel vom Bildhauer Thomas Jordan welche im 4. Viertel des 18. Jahrhundert angefertigt wurde. Am runden Korb sind Reliefs des Guten Hirten sowie Profil Büsten vom Hl. Petrus und Hl. Paulus in der Art von Imperatorköpfen, auf dem Schalldeckel ein Tempietto und Engel mit den Gesetzestafeln.

Holzempore mit Gemälden der 14 Nothelfern

Im Westjoch der Kirche befindet sich die Holzempore, welche Anfang des 20. Jhdt errichtet wurde. Die spätbarocken Bilder stellen die 14 Nothelfer dar. Von links Hl. Dionysius, Blasius, Erasmus, Georg, Christopherus, Pantaleon, Vitus, Achatius, Eustachius, Cyriakus, Aegidius, Katharina, Barbara und Margaretha.

Die Orgel

wurde von Josef Breinbauer im Jahre 1836 gebaut, 1898 durch Leopold Breinbauer verändert und 1971 und 1998 renoviert. In der vermauerten westlichen Spitzbogenöffnung des Turmes befindet sich die Figurengruppe Ölberg, die vom Grödener Bildhauer Leopold Maroder 1905 geschaffen wurde. Leider ist diese doch sehr schön gearbeitete Gruppe in einem sehr schlechten Zustand und wurde von der Bevölkerung kaum beachtet. Anlässlich der Renovierung 2007 wird diese Figurengruppe mit finanzieller Unterstützung des örtlichen Kulturvereins vom Restaurator Hebenstreit gereinigt und restauriert.

Das Künstlerpaar Alois und Christine Bauer und die „Sichtbare Perspektive Hoffnung“ in der Pfarrkirche St. Willibald

Spaziert man durch die Gunskirchner Ortschaft Wallnstorf bleibt der Blick unvermittelt an einem stattlichen Vierkanthof hängen. Während die umstehenden Höfe ihre „wahren Gesichter“ unter Wellasbestplatten verdecken oder hinter einer dicken Putzschicht-Maske verbergen, zeigt der Hof Wallnstorf Nr. 6 unverblümt sein nahezu unverfälschtes „Material“- Gesicht: Schicht um Schicht schieben sich die kleinen roten Ziegel an den vier Seiten übereinander, bodenständig zeigt sich der Vierkanter im Baumaterial, geradlinig in seiner Formensprache.

Hier haben Alois und Christine Bauer vor mittlerweile 10 Jahren mit ihren Arbeiten eine großzügige Heimat gefunden. Der 140 Jahre alte Hof ist zugleich ein Spiegelbild für die sehr unterschiedlichen Arbeiten, Materialien und Techniken des Künstlerpaares. Das lehmige des Baumaterials erinnert in Farbe und Zusammensetzung an Erde, das bevorzugte Material von Christine Bauer. Der gelernte Goldschmied entdeckte seine Liebe zu großen Objekten bei Symposien im Stahlpark Riedersbach: Seitdem geht er umgekehrten Weg: Bevor er kleine„Schmuck“-Objekte anfertigt, versucht er die Form im Großen zu finden. Faszinierend ist für ihn auch der körperliche Kraftakt, der hinter einer großen Skulptur steht. Die Objekte von Alois Bauer setzen sich aus lose ineinandergefügten Formen zusammen: Sie bieten Rahmen, die Welt zu betrachten, und ringen gleichzeitig um eine Definition zwischen Nähe und Distanz, Berührung und Entfernung.
 

Um einen Durchblick, eine Perspektive geht es in der aktuellen gemeinsamen Arbeit von Alois und Christine Bauer.„Sichtbare Perspektive Hoffnung“ bezeichnen sie ihre Altarraumgestaltung für die Pfarrkirche. St. Willibald im Innviertel. Die spätgotische ehemalige Wallfahrtskirche wurde in den letzten Jahren renoviert. Den Abschluss dieser Renovierung, die auch denkmalpflegerisch eine neue Perspektive durch die Weißfassung der gotischen Raumschale brachte, bildete ein Wettbewerb zur Neugestaltung des Altarraumes, den Alois und Christine Bauer für sich entscheiden konnten.

Unmittelbar vor dem spätbarocke Altarbild, das den heiligen Willibald auf den Gekreuzigten weisend zeigt, bilden Altar, Ambo und Sedes in Form und Farbigkeit einen unübersehbaren Akzent im Kirchenraum.

Klar war den beiden von Anfang an, dass es ein Block sein soll, kein durchsichtiges Objekt. Die beiden Elemente des Altarunterbaus sind zwei eigenständige, schräg aufeinander Bezug nehmende Körper. Der Spalt, der sich zwischen ihnen eröffnet, verringert sich nach oben hin, bis sie kurz unter der Tischplatte aufeinandertreffen und fast schwebend mit dieser verbunden sind. Die Spannung, die durch die Positionierung der einzelnen Teile zueinander entsteht, wird durch die Platte aufgelöst. Auch das Material trägt eine Spannung in sich: Zink auf Holzkörper.

Beim Altar scheint es, als würden sich die beiden tragenden Elemente stützen. Und dennoch werden sie von einem dritten Element, der Tischplatte, vereint. Gewicht verleihen Alois und Christine Bauer auch dem Ambo als Ort der Schriftlesung und damit wird dem Wort, das von dieser Stelle verkündet wird, eine gewichtige Bedeutung beigemessen. Die Sedes in einer ähnlichen Formensprache sind formal aufeinander bezogen und unterschiedlich zusammenstellbar.

„Seine Objekte“, schreibt Romana Ring im Werkkatalog von Alois Bauer 2003,„die großen wie die kleinen – sind Vorschläge für einen klar begrenzten und damit gefahrlos offenen Blick auf die Welt“.

Mit dem Altar, dem zentralen Objekt im Kirchenraum, an dem Eucharistie gefeiert wird, eröffnen Alois und Christine Bauer dem Betrachtenden eine gewichtige Perspektive der Gegenwart in einem Raum, der von der Vergangenheit geprägt ist. Manchmal, und das wird durch die gewählte Form deutlich, kann diese neue Sichtweise auch durch eine Schräglage hindurch führen.

Ein Auszug aus dem Kulturbericht des Landes OÖ vom März 2007 von Frau Mag. Martina Gelsinger

Gedanken unseres Pfarrers Johannes Edlmüller

Unser Gotteshaus erstrahlt im neuen Glanz. Mit großer Freude und Dankbarkeit dürfen wir die Weihe unserer erneuerten Kirche durch Herrn Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz SDB festlich begehen.

Anlässlich dieser Kirchweihe will ich einige Gedanken zur neuen Einrichtung als Vorwort einbringen. Die Botschaft vom rettenden Christus ist sehr schön symbolisiert im neuen Ambo und Volksaltar.

Der Ambo ist ein Symbol für Christus:
In ihm macht der dreieinige Gott den ersten Schritt auf uns Menschen zu. Er spricht uns an: werbend liebend und verzeihend. Aufrecht klar, treu und offen ist seine Botschaft: „Geht mit mir, folgt mir nach!“ - „Ich weiß den Weg, ich bin der echte Weg zu einem gelungenen Leben“.

Der Volksaltar bedeutet für mich Gott Vater und den heiligen Geist.
Gott kommt uns sozusagen auf zwei mächtigen Füßen entgegen. Er macht den ersten Schritt. Gott sorgt sich um uns. Wir sind verletzt und suchen Heilung, Wir sind getrennt und suchen Einheit. Wir sind allein und suchen Geborgenheit. Wir sind verbittert und suchen Liebe. Die beiden Füße tragen die Altarplatte. Hier feiern wir Eucharistie. „Das ist mein Leib“ das bin ich für Euch. Mein Blut, vergossen zur Vergebung. Christi Liebe „baut uns eine Brücke zueinander, damit wir uns begegnen.“ „Gehet hin in Frieden“ an der Hand des Herrn. Er begleitet uns in den Alltag, dass wir versöhnt die Hände der Schwestern und Brüder ergreifen. Als Herz-Schrittmacher gibt er uns den heiligen Geist. Denn allein schafft es niemand.

Der Herr segne euch! Er lasse sein Angesicht über euch leuchten! Der Herr schenke euch seinen Frieden.
Pfarrer Edlmüller

Literaturhinweise:
Lit.: BHL 8931; – M. Mengs, Schrifttum zum Leben und zur Verehrung der Eichstätter Diözesanheiligen. Die Denkmale des politischen Bezirkes Schärding berabeitet von Dr. Dagobert Frey und Dr. Rudolf Guby I. Gielge Bd. 3 S. 297; B.Pillwein Bd 4, S. 427. W. Dannerbauer S. 418; I. Lamprecht, Beschreibung des Ortes Raab und dessen Umgebung, Linz 1877, St.Willibald S. 179 ff; F. Berger, St.Willibald-Heimat, Beiträge zur Heimatkundedes Bezirkes Schärding 1912, S. 135
Impressum: Für den Inhalt verantwortlich Rudolf Windpeßl, Obmann des Finanzauschusses. Gedanken unseres Pfarrers Johannes Edlmüller